Die Tage zum in Kraft treten der DSGVO – Datenschutzgrundverordnung sind gezählt und so langsam zieht sie ihre Kreise. Neben den Auswirkungen auf betriebsinterne Prozesse hat die DSGVO spätestens ab dem 25.05.2018 auch erheblichen Einfluss auf das Online Marketing. Welche rechtlichen Aspekte dahinterstecken und welche technischen Auswirkungen diese haben erfährst Du in diesem Artikel. Doch bevor wir in diese Materie einsteigen, wollen wir zunächst klären, was genau die DSGVO ist und wer davon betroffen ist. Letzteres ist auch für alle Webseitenbetreiber sehr wichtig.

Dieser Artikel stellt keine Rechtsberatung dar, sondern ist nur die Zusammenstellung der von mir als „best practice“ erachteten Maßnahmen.

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Was ist die DSGVO und wer ist davon betroffen?

Die Datenschutzgrundverordnung ist eine Verordnung, die das Zielverfolgt den Datenschutz für alle EU-Bürger zu vereinheitlichen und zu stärken. Hierbei geht es um den Schutz personenbezogener Daten.

Betroffen von der DSGVO sind alle Unternehmen, welche personenbezogene Daten von EU-Bürgern verarbeiten. Auch wenn der Sitz des Unternehmens außerhalb der EU liegt, ist es von der DSGVO betroffen. Sie gilt für alle Unternehmer und jede Unternehmensgröße und unterscheidet auch nicht zwischen B2B oder B2C-Kunden.

 

Deine Unternehmens-Webseite

Im Klartext bedeutet dies: Wenn Du eine Webseite betreibst, auf die EU-Bürger zugreifen, hast Du bis zum 25.05.2018 – dem Stichtag der DSGVO – noch ein paar Dinge auf Deiner Webseite zu beachten und wahrscheinlich zu korrigieren und optimieren.

Ist Dir eigentlich bewusst, an welchen Stellen auf Deiner Webseite personenbezogene Daten verarbeitet werden und wie Du nun damit umgehen musst?

 

Google Analytics

Das Offensichtliche ist einfach also fange ich gerne damit an: Wenn Du für Deine Webseite Google Analytics (oder andere Tracking-Dienste) nutzt, ist es wichtig, dass Du die folgenden Aspekte beachtest:

  1. Sammle die Daten anonymisiert. Für Google Analytics nutzt man an der Stelle einen zusätzlichen Codeschnipsel, welchen Du zusammen mit dem restlichen Tracking-Code in Deiner Webseite einbindest.
    So geht’s: https://www.metrika.de/blog/web-analytics/google-analytics-anonymizeip/
  2. Der Nutzer muss die Möglichkeit haben, das Tracken seines Surfverhaltens auf Deiner Webseite auszuschalten. Daher musst Du ihm einen Opt-Out bieten, welchen Du zusammen mit der Information über das Tracking mit Google Analytics in Deiner Datenschutzerklärung aufführen und verlinken musst. Klickt der Nutzer auf diesen Opt-Out-Link, werden seine Daten nicht mehr getrackt.
    So geht’s: https://wp-ninjas.de/google-analytics-opt-out
  3. Wie eben schon kurz erwähnt, musst Du Deine Webseitenbesucher in Deiner Datenschutzerklärung darüber aufklären, dass Du Google Analytics nutzt.
  4. Da Google Analytics für Dich die gesammelten Daten über das Verhalten Ihrer Besucher verarbeitet, musst Du zudem einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag schließen. Dies ist übrigens schon länger Pflicht.
    Hier geht es zu dem Mustervertrag von Google: https://static.googleusercontent.com/media/www.google.com/de//analytics/terms/de.pdf

 

Bye bye Google Fonts?

Vor ein paar Jahren kam für alle Webdesigner und Webseitenbetreiber die große Erleichterung: Google Fonts. Endlich war es auf einfache Art und Weise möglich auch andere Schriftarten als die Arial oder Times New Roman auf der Unternehmenswebseite einzubinden. Doch leider ist es auch hiermit, wie bei vielen Dingen im Leben, so ganz kostenlos ist die Nutzung nicht. Du ahnst es wahrscheinlich schon: Auch mit Hilfe von extern nachgeladenen Google Fonts, trackt Google das Nutzerverhalten. Denn bei jedem Aufruf der Webseite fragt der Browser den Server von Google, ob es eine Veränderung an der eingebundenen Schriftart gab. Hierdurch kann Google erkennen, von welcher Webseite diese Abfrage kommt und sieht zudem einen Großteil des Browserverlaufs des Nutzers. Du kannst Dir vorstellen, welch klares Bild Google nun über das Surfverhalten des jeweiligen Nutzers erhält. Das registrieren der jeweiligen IP-Adresse kommt noch hinzu.

Was Du also jetzt tun musst ist einfach: Unterbinde das externe Nachladen von Google Fonts auf Deiner Webseite. Binde die Schriften stattdessen über Deinen eigenen Webserver ein. (Quelle: https://www.7media.de/wp-coaching/dsgvo-neue-datenschutz-anforderungen/).

So geht’s: https://wp-ninjas.de/wordpress-google-fonts

Beachte an dieser Stelle aber die Lizenzhinweise der genutzten Google Fonts – nicht für alle Schriftarten ist diese Art der Nutzung erlaubt. Alternativ kannst Du auch kostenpflichtige Schriftarten über myFonts oder ähnliche Anbieter einkaufen und diese mit den angebotenen Webkits „lokal“ auf Deiner Webseite einbinden.

 

 

Hast Du ein Kontaktformular?

Wenn Du diese Frage bejahst und zudem noch einen Unternehmensblog mit Kommentaren, oder einen Shop mit Formularen nutzt, solltest Du spätestens jetzt ein SSL-Zertifikat einkaufen und auf Deiner Webseite einbinden. Jetzt fragst Du Dich vielleicht, was genau SSL ist und warum Du es brauchst.

SSL ist ein hybrides Verschlüsselungsprotokoll, welches der sicheren Übertragung von Daten im Internet dient. Die betroffenen Daten werden also verschlüsselt, um die Sicherheit dieser zu verbessern. Hast Du ein SSL-Zertifikat eingebunden, wird Ihre Webseite nicht mehr per HTTP (HyperText Transfer Protocol), sondern per HTTPS (HyperText Transfer Protocol Secure) übertragen, was die Übertragung Deiner Daten abhörsicher machen soll und somit ebenfalls zur Verbesserung der Sicherheit beiträgt.

Neben der Sicherheit, weckt aber eine Webseite die per HTTPS übertragen wird doch sehr viel vertrauenswürdiger – insbesondere, wenn ein Shop angebunden ist. Darüber hinaus ist eine sichere Webseite mittlerweile auch für Google relevant und wirkt sich daher auch positiv auf Ihr Google-Ranking aus.

Daher: Selbst wenn Du kein Kontaktformular und keine Kommentarfunktion nutzen, lohnt es sich zumindest für Deine Auffindbarkeit und Vertrauenswürdigkeit im Netz.

 

IP-Speicherung bei Kommentarfunktionen

Du nutzt die Kommentarfunktion in Ihrem Unternehmensblog? Dann solltest Du auch hier darauf achten die Daten Deiner Webseitenbesucher zu schützen. In vielen Fällen wird beim Absenden eines Kommentars die IP-Adresse des Nutzers gespeichert. Dies geschieht gegen den Willen der Nutzer. Denn auch wenn diese ihren Namen und und ihre Mail- oder Webadresse angeben, tun sie dies freiwillig – etwa damit Du darauf reagieren kannst. Das Speichern der jeweiligen IP-Adresse hingegen geschieht oft automatisch. Aus diesem Grund solltest Du das automatische Speichern der IP-Adressen abschalten und bereits gespeicherte IP-Adressen löschen.

 

Facebook-Pixel – hier gibt es viel zu beachten

Dank des Facebook-Pixels lässt sich Facebook-Werbung extrem genau an die gewünschte Zielgruppe ausliefern. Das ist eine tolle Möglichkeit Nutzer, die bereits Deine Webseite besucht haben zu einem weiteren Besuch zu überzeugen. Kein Wunder also, dass diese Möglichkeit gerne genutzt wird. Was dieses genaue Ansteuern der Zielgruppe möglich macht, ist allerdings die Sammlung von personenbezogenen Daten.

Wenn Du also den Facebook-Pixel nutzt, ist Dir vielleicht nicht klar, dass diese schon jetzt nicht ganz Datenschutzkonform ist. Ab dem 25.05.2018 drohen jedoch wesentlich höhere Abmahnsummen, wenn Du den Pixel nicht datenschutzkonform einsetzt.

Die gute Nachricht ist, dass die Nutzung des Facebook Pixels nicht gänzlich verboten ist.

Die Schlechte ist: Der Nutzer muss der Nutzung zustimmen. Bei dieser Zustimmung wird zwischen einem „erweiterten Abgleich der Nutzerdaten“ und der Standardfunktion des Facebook Pixels unterschieden. Bei dem „erweiterten Abgleich“ muss der Nutzer zustimmen, BEVOR seine Daten gesammelt und genutzt werden. Eine mögliche technische Lösung könnte wie folgt aussehen:

  1. Der Nutzer kommt auf Deine Webseite und es erscheint eine Meldung, die abfragt, ob der mit der Sammlung seiner Daten via Facebook Pixel einverstanden ist.
  2. Antwortet er mit nein, muss der Pixel inaktiv bleiben: er darf an der Stelle keine Daten des Nutzers sammeln. Antwortet er mit ja, darf der Pixel in der Seite eingebunden werden und die Daten des Nutzers erfassen. Rein technisch kann dies über ein Neuladen der Webseite oder dynamisch per Javascript erfolgen. Zudem solltest Du einen Facebook-Pixel-Opt-In-Cookie setzen.
  3. Besucht der Nutzer die Webseite ein weiteres Mal, prüft das System, ob er diesen Cookie bereits hat. Hat er ihn nicht, bekommt er die Abfrage erneut.
  4. Wenn der Nutzer seine Meinung ändert, kann er in der Datenschutzerklärung – die natürlich auch über den Einsatz des Facebook Pixels informieren muss – einen Opt-Out-Link anklicken, der den gesetzten Opt-In-Cookie löscht. Dadurch wird ihm die Abfrage wieder angezeigt und er kann neu entscheiden.

Wenn Du auf den „erweiterten Abgleich“ verzichten und somit die Standardfunktion des Pixels nutzt, reicht es aus wenn der Nutzer der Nutzung via Opt-Out widersprechen kann.

Bei beiden Varianten ist es zwingend notwendig ausführlich über den Einsatz des Facebook-Pixels in der Datenschutzerklärung zu informieren.
(Quelle: https://drschwenke.de/facebook-pixel-voraussetzungen-fuer-einen-rechtssicheren-einsatz/)

EDIT ZUM PIXEL: Seit neuestem gibt es das WordPress Plugin von Soulsites und Lawlikes => damit kannst Du dein Pixel (Standardabgleich) und Google Analytics so einsetzen, dass es nach heutigem Wissenstand (24.04.2018) passen sollte. Google Analytics wird ANONYMISIERT auf deiner Seite platziert und für beide Cookies gibt es eine Opt-Out-Möglichkeit. Du kannst es auch hier auf der Seite sehen (unten rechts).
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Nicht alle Webseitenplugins sind Datenschutzkonform

Viele Webseitenbetreiber arbeiten mit Content Management Systemen (CMS) wie WordPress. Für diese CMS gibt es zahlreiche Plugins (Erweiterungen), die das tägliche Arbeiten mit der Webseite deutlich erleichtern. Doch leider sind nicht alle Plugins einwandfrei nutzbar, wenn man den Datenschutz mit mindestens einem Auge im Blick hat. Manche Plugins sammeln IP-Adressen oder schicken ihren Entwicklern einen Überblick über das Verhalten der Webseitenbesucher. Daher schaue Dir Deine genutzten Plugins auch ganz genau an und entscheide von Fall zu Fall, welche Plugins ausgetauscht werden können und welche Du unbedingt nutzen willst oder musst. Wichtig auch hier: Sammelt und verarbeitet ein Plugin in irgendeiner Form personenbezogene Daten, muss es mindestens in der Datenschutzerklärung aufgeführt und erläutert werden. Zudem brauchst Du einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit dem jeweiligen Ersteller/Betreiber des betroffenen Plugins.

 

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Nutzt Du Social Media Buttons und Plugins auf Deiner Webseite?

Die Like- und Teilen Buttons sind auf auch Plugins. Und viele gerade dieser Plugins sammeln viele Daten, wie Namen, Mailadressen, IP-Adressen etc. der Nutzer. Insbesondere der Likebutton, welcher ja sofort weiß, welcher Facebook-Nutzer hinter dem Klick steckt, hat viele Informationen parat. Deswegen solltest Du hier entweder auf den Einsatz (insbesondere der hauseigenen) Social Media Buttons verzichten, oder auf ein datenschutzkonformes Plugin zurückgreifen. Beispielsweise „Shariff“ ist bekannt dafür, dass es rechtlich ohne Einwand nutzbar ist.

 

Hast Du schon eine Datenschutzerklärung auf Deiner Webseite?

Ich habe sie in den letzten Abschnitten schon einige Male erwähnt. Ab dem 25.05.2018 ist eine fehlende oder unzureichende Datenschutzerklärung Deine Eintrittskarte für die wahrscheinlich drohende Abmahnwelle. Wenn Du bis jetzt noch keine Datenschutzerklärung auf Deiner Seite hast, dann lass Dir bis zum Stichtag eine von einem Rechtsanwalt erstellen. Wenn Du bereits über eine Datenschutzerklärung verfügst, lass diese am besten nochmal in Hinblick auf die DSGVO überprüfen und optimieren.

Mit der Einführung der Verordnung wird die Liste erforderlicher Informationen bei Datenschutzhinweisen verlängert: Neben bereits notwendigen Hinweisen, wie beispielsweise der Identität des Unternehmens, müssen nun auch bestimmte Information wie zum Beispiel die Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung und die Speicherdauer der Daten genannt werden. Zudem soll der Hinweis auf das Beschwerderecht bei der Datenschutzaufsichtsbehörde ab Mai 2018 fester Bestandteil der Datenschutzrichtlinie sein.

Technisch gesehen sollte Deine Datenschutzerklärung eine eigene Unterseite Deiner Webseite sein und nicht dem Impressum untersortiert werden. Der Link zur Datenschutzerklärung muss ebenso wie der Link zum Impressum von jeder Seite leicht erreichbar sein. Beide Links dürfen nicht von etwas (wie zum Beispiel einem Popup) verdeckt werden.

 

Newsletter

Im Rahmen der Datenschutzgrundverordnung kommt eine etwas verzwickte Änderung auf uns zu. Denn wie sammelst Du denn derzeit Kontakte für Deine Email-Liste? In den allermeisten Fällen wird das Eintragen der Email-Adressen in Verbindung mit einem Freebie angereizt. Dies ist so leider nicht mehr gestattet: Die DSGVO besagt, dass wir keine Daten einsammeln dürfen, die wir nicht zur Erfüllung des eigentlichen Zwecks benötigen.

Das heißt, ein Freebie darf nicht mehr gegen eine Email- Adresse eingesammelt werden.

Diese Stelle ist in der Praxis zum jetzigen Zeitpunkt besonders tricky, denn hier unterscheiden sich die Aussagen kolossal. Manche Anwälte sagen, man darf die Eintragung in einen Newsletter gar nicht mehr mit einem Anreiz (z.B. Freebie) koppeln. Andere Anwälte sagen, man darf es doch noch tun, wenn der Nutzer die Wahl hat beispielsweise alternativ zur Mailadresse einen Unkostenbeitrag zu leisten: „Sichere Dir das Freebie für nur 9,99€ oder trage dich in unseren Newsletterverteiler ein.“

Ich persönlich halte von Letzterem gar nichts. Zwar habe auch ich bisher die Verknüpfung von Freebie und Mailingliste genutzt, doch letztlich tragen sich viele Menschen nur in die Liste ein, um das Freebie zu bekommen. Am Ende werden sie aber niemals zu echten Kunden.

Schafft man es aber die Menschen dazu zu bewegen, sich freiwillig in die Mailingliste einzutragen, hat man am Ende eine Liste mit echten Interessenten. Aus diesem Grunde rate ich Dir einfach Deine Maillingliste von Deinen Freebies zu entkoppeln und es damit auch auf sich beruhen zu lassen. Lass Dir eine Strategie einfallen, wie Du es schaffst, freiwillige Newsletter-Abonnenten zu gewinnen, bzw. Deine Webseitenbesucher so zu überzeugen, dass sie keine Neuigkeiten von Dir mehr verpassen wollen.

Wenn Du diese gefunden hast, musst Du dennoch noch auf ein paar (nicht ganz neue) Fallstricke achten: Der Newsletter-Abonnent muss sich per Double-Opt-In eintragen. Das heißt er trägt auf Deiner Webseite seine Daten ein, hakt aktiv eine Checkbox mit seiner Einwilligung ab und erhält zudem eine Email, in der nochmals um die Betätigung seiner Eintragung in die Mailingliste gebeten wird.

Wichtig bei der Checkbox: Diese darf nicht vorausgefüllt sein. Der Nutzer muss sie aktiv anklicken. Hier informierst Du über das Thema sowie über den Turnus des Newsletters.

Ein Beispieltext hierfür wäre: „Ja, ich willige dem Versand des Newsletters, der sich mit dem Thema XY beschäftigt und alle X Wochen erscheint an die von mir angegebene Emailadresse, ein. Mir ist klar, dass ich mich jederzeit wieder von dem Newsletter abmelden kann.“

Achte darauf, dass Dein Newsletteranbieter (z.B. Mailchimp) datenschutzkonform arbeitet und wenn er im Nicht-EU-Ausland sitzt, Mitglied im Privacy Shield ist. Wenn diesbezüglich alles passt musst Du mit ihm einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag schließen.

 

Die Webseite ist allerdings nur die Spitze des DSGVO-Eisberges

Denn wenn Du bisher keinen großen Wert auf Datenschutz gelegt hast, hast Du auch betriebsintern noch ein paar Aufgaben und Auflagen bis zum 25.05.2018 zu erfüllen. Sicherlich verarbeitest und speicherst Du Daten auf Computern im Betrieb, nutzt das Internet, machst Backups und versendst/erhältst Emails. Auch vor diesen Berührungspunkten mit personenbezogenen Daten macht die DSGVO nicht halt. All das was nun folgt ist nicht neu, dennoch wird auch hier härter abgestraft, wenn Datenpannen passieren.

 

Emails im Unternehmen

Wie erhältst und versendest Du Mails? Hast Du einen eigenen Email-Server im Betrieb stehen, oder nuntzt Du externe Services, wie zum Beispiel GMail, Web.de, T-Online oder Ihren Webhostinganbieter? In jedem dieser Fälle musst Du dafür sorgen, dass kein Dritter Deinen Email-Verkehr einsehen kann. Du musst Deine Mails also verschlüsselt versenden.

Generell ist es so, dass Mails erstmal unverschlüsselt übertragen werden. Auf dem Weg von Dir zu ihrem Empfänger wandert eine Mail über verschiedene Server/Computer im Internet. Auf diesen Computern könnten sie theoretisch also erstmal mitgelesen werden oder ausgewertet werden, indem zum Beispiel nach bestimmten Schlagworten beispielsweise „Kontonummer“ gefiltert wird. Du kannst Dir sich vorstellen, in welch großem Umfang ein systematisches Durchsuchen solcher Mails passieren kann und sicherlich auch passiert. Dagegen kannst Du Dich und Deine Kunden schützen, indem Du die Mails mit Hilfe einer Verschlüsselungssoftware verschlüsselst.

 

Der (kabellose) Internetzugang im Unternehmen

Mittlerweile haben und nutzen viele Betriebe einen WLAN-Zugang, um beispielsweise Recherchearbeiten durchführen zu können. Das Problem daran ist leider, dass es für Dritte auch hier relativ einfach ist hier mitzuhören und aktiv am Netzwerk teilzunehmen. Das heißt sie können Deinen Internetzugang nutzen, sich Zugang zu Deinen Festplatten und somit auch zu personenbezogenen Daten verschaffen. Aus diesem Grunde ist es auch an dieser Stelle absolut notwendig Ihr WLAN so abzusichern, dass es sicher ist und eben nicht abgehört werden kann.

 

Das WLAN ist nicht alles…

Immer wieder lesen wir darüber, dass Computer gehackt und Daten gestohlen wurden. Das kann natürlich nicht nur über das WLAN geschehen, sondern per Mail oder über den Internetzugang mit Kabel. Sichere deshalb jeden einzelnen Rechner vor dem Zugriff Dritter und schalte eine Firewall zwischen das Internet und Dein Netzwerk. Auch für den jeweiligen Rechner können sogenannte Personal-Firewalls eingerichtet werden, damit keine Außenstehenden auf die Daten auf dem Gerät zugreifen können.

Übrigens: Wenn Du einen USB-Stick nutzt, um personenbezogene Daten von einem Rechner auf den Nächsten zu übertragen, musst Du theoretisch theoretisch auch hier Sorge tragen, dass kein Dritter an diese Daten herankommt. Dies würdest Du wieder über eine Verschlüsselung der Daten erreichen. Höchstwahrscheinlich hältst Du dies jetzt für übertrieben, doch ich möchte Dir einfach die Tragweite des ganzen Themas verständlich machen und Dich für das Thema Datenschutz sensibilisieren.

All das gilt ebenso für externe Festplatten, Backupsysteme und alle anderen Speichermedien.

 

Wetransfer, Dropbox, One Drive und Co.

Nutzt Du einen dieser Speicherdienste um Daten zu speichern oder zu versenden? Achte bitte darauf, dass wenn Du diese Dienste nutzt, diese ebenfalls datenschutzkonform agieren und schließe einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit diesen Unternehmen ab. Dropbox zum Beispiel stellt nur einen solchen Vertrag zur Verfügung, wenn Du Businesskunde bist.

Als Beispiel: Wenn Du eine Werbeagentur hast und Daten via Dropbox weitergibst: Ein Flyer, eine Visitenkarte, oder Ähnliches mit den Kontaktdaten eines Einzelunternehmers sind bereits personenbezogene Daten und damit schützenswert.

 

Externe Dienstleister für Buchhalten, Customer Relationship Management, etc.

Wenn Du wie ich Deine Buchhaltung ausgelagert hast und über einen Webservice wie Fastbill abwickelst, ist es auch hier wichtig einen Auftragsdatenverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter abzuschließen und Deine Kunden darüber zu informieren, dass Du diesen Dienst für die Buchhaltung nutzt und ihre Daten dorthin übertragen werden. Selbiges gilt für Customer Relationship Management-Systeme und ähnliche Anbieter.

 

Datenschutzbeauftragter?

Wem das alles zu viel ist, der kann sich individuell durch einen Datenschutzbeauftragten beraten lassen. Tatsächlich müssen mit Geltung der DSGVO auch mehr Firmen als zuvor einen Datenschutzbeauftragten bestellen. Die starre Zahl von 10 Personen im Unternehmen fällt weg; ausschlaggebend für die Pflicht, einen Datenschutzbeauftragten zu bestellen, ist vielmehr die Art und Anzahl der Datenverarbeitungsvorgänge. Auch ohne entsprechende Pflicht kann der Schritt sinnvoll sein, um die von Dir getroffenen Maßnahmen verbindlich abzuklären.

Jedes Unternehmen ist zudem verpflichtet, technische und organisatorische Maßnahmen zu dokumentieren, die sie für den Datenschutz ergreifen. Ebenfalls muss in einem Verarbeitungsverzeichnis jede Art der Datenverarbeitung aufgenommen werden. Verarbeitest Du Daten von Dritten oder lässt Du Daten durch andere verarbeiten, ist ein Auftragsverarbeitungsvertrag abzuschließen, wie oben bereits ausgeführt wurde.

Der Datenschutzbeauftragte kann helfen, aber die Pflicht zur Vornahme der Handlungen und zur Gewährleistung des Schutzes bleibt weiterhin bei Deinem Unternehmen.

Tatsächlich ist die Umsetzung der DS-GVO daher nicht – wie einige meinen oder hoffen – damit abgeschlossen, ein paar Dokumente auszufüllen und abzuheften. An vielen Stellen besteht – zu Recht – Handlungsbedarf. Hoffentlich kann dieser Erfahrungsbericht die eine oder andere Hilfestellung liefern.

 

Bist du schon DSGVO-ready, oder hattest Du das Thema Datenschutz bis jetzt nicht auf dem Schirm?

Hinterlasse mir gern einen Kommentar!

 

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Co-Autor: Björn Leineweber

Rechtsanwalt und Betreiber von https://datenschutz-ruhr.de/

 

 

 

 

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