Nach meiner vierteiligen Reihe über Instagram und die Möglichkeiten dort, habe ich in diesem Blogartikel etwas ganz Besonderes für dich! Jeder der sich ein wenig mit den Möglichkeiten von Instagram-Stories beschäftigt wird unweigerlich mit ihr in Berührung kommen: Judith Schacht aka madame_story auf Instagram. Sie hat sich die Zeit genommen und mir – für den Artikel dieser Woche und damit den krönenden Abschluss meiner Artikelreihe zu Instagram – einige Fragen zur Best Practise in Sachen Instagram-Story beantwortet. Im Folgenden findest du meine Fragen und ihre Antworten:

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Liebe Judith, vielen Dank, dass du dieses Interview mit mir machst. Das ist so toll! Magst du vielleicht ein paar Worte über dich verlieren?

Ich bin Judith aus München und ich liebe Geschichten. Genau deshalb bin ich auch so ein großer Story-Fan. Die Einführung von Stories hat für mich Instagram als Plattform auf ein ganz neues Level gehoben. Man kann jetzt Inhalte auf eine ganz andere Weise erzählen, intensiver, direkter und näher! Ich weiß allerdings, dass es auch einige Instagrammer gibt, die Stories regelrecht hassen. Die versuche ich vom Gegenteil zu überzeugen – als @madame_story.

Auch mein Berufsalltag wird von Stories oder Geschichten dominiert, denn ich bin Journalistin. Ich arbeite für Das Erste, den BR und den WDR, zum Beispiel für den “Weltspiegel”. Meine Aufgabe ist es Geschichten in den Sozialen Medien so erzählen, dass sie gehört oder gesehen werden. In Zeiten, in denen es eine unfassbare Flut an verfügbarem Content gibt, ist das eine echte Herausforderung.

Privat bin ich natürlich auch ständig “auf Story”. Beim Laufen, Putzen und Einkaufen habe ich immer einen Podcast auf den Ohren und gewissen Serien haben schon Stunden meiner Zeit gefressen, völlig zu recht.

 

Was ist deiner Meinung nach wichtig für eine gute Instagram-Story?

Das Geheimnis einer guten Story ist recht banal und steckt schon im Namen des Formats. Eine Story sollte eine Geschichte erzählen. Eine Geschichte hat einen Anfang und ein Ende und folgt einem roten Faden. Ist das gegeben, dann kann uns eine Story “reinziehen” und spannend sein. Obwohl es eigentlich auf der Hand liegt, fehlt vielen Stories gerade die Geschichte. Wir alle haben auch schon die Stories gesehen, bei denen einfach einige Bilder und Clips aufeinander folgen. Dann denkt man sich: “Hääh?” – und schaltet ab.

 

Ich habe gelesen, dass der Einstieg in eine Instagram-Story, also das erste Bild, oder Video am wichtigsten ist. Wie packe ich meine Zuschauer so, dass sie weiterschauen?

Nach dem ersten oder zweiten Clip entscheiden wir, ob wir weiterschauen oder eben nicht. Wir Journalisten sagen oft, dass gerade der erste Clip “kriegsentscheidend” ist. Klingt hart, es ist aber so. Es gibt sehr viel Arten eine Story toll anzufangen. In meinen Story-Kursen spielt das Thema Einstieg auch eine große Rolle, denn Spannung zu erzeugen ist eine hohe Kunst. Doch es gibt einen grundsätzlichen Tipp, den man sofort berücksichten kann: Mach schnell klar, wovon deine Story handelt. Gib Deinem Zuschauer Orientierung. Denn wenn wir nicht wissen, wo jemand mit uns inhaltlich hinwill, dann fühlen wir uns unwohl. Denn wir wägen ständig ab, ob es sich lohnt Zeit zu investieren oder nicht. Wenn Du Deiner Story zum Beispiel einen Titel gibst, dann hast Du schon mal Klarheit geschaffen – und jemand bleibt dran, wenn ihm das Thema gefällt.

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Welche Frage hörst du in Bezug auf die Story am häufigsten und was ist deine Antwort darauf?

“Wie soll ich denn Themen finden?”, “Was ich soll ich nur erzählen?” In meinen Storykursen brennt das den meisten unter den Nägeln. Manche sind regelrecht panisch. Dabei gibt es eigentlich gar keinen  Grund zur Sorge. Man hat viel mehr zu erzählen, als man denkt. In den Kursen besprechen wir verschiedene Arten von Stories. So eine Aufteilung hilft vielen weiter, Ideen, die schon herumgeistern, zu entdecken und tatsächlich greifen zu können.

Ein einfacher Tipp, der sofort hilft, ist der Erzählreiz. Wenn Du das Gefühl hast, dass Du etwas erlebt oder erfahren hast, dass Du später Deinem Partner, deinem Kollegen etc. erzählen willst, dann werde hellhörig! Ist das schon Deine Story an diesem Tag?  Denn wenn Du etwas mitteilensWERT findest, dann hat es ja einen WERT und somit Story-Potential.

 

Muss man jeden Tag eine Story posten, um damit erfolgreich zu sein? Wenn nein, wie oft in der Woche sollte man in der Story präsent sein?

Auf keinen Fall musst Du jeden Tag eine Story machen. Ich würde sagen mindesten einmal pro Woche. Zwei bis dreimal ist schon völlig ausreichend. Lieber machst Du eine gute Story in der Woche, die Wert hat und eine Geschichte erzählt, als dass Du aus Not einfach irgendetwas hochlädst. Denn Leute merken sich durchaus, was ein Account so zeigt – und mehrere inhaltslose Story hintereinander führen eher dazu, dass Dein Storykringel nicht mehr gerne angeklickt wird. Wenn Du hingegen regelmäßig Wertvolles für Deine Zuschauer bietest, dann freuen die sich, wenn Dein Story-Kringel oben in der Leiste auftaucht.

 

Hältst du als Profi die Instagram-Story für wichtiger, als den Feed?

Nicht wichtiger, doch ich finde Stories genauso wichtig. Wenn Du eines der beiden Felder nicht bedienst, versäumst Du eine Chance. Es gibt Nutzer, die gucken eher Stories. Andere wiederum fokussieren sich auf den Feed. Versuche beide Gruppen zu erreichen. Und wie schon angedeutet: Mit einer Story baust Du eine viel intensivere Beziehung zu Deinen Followern auf als mit einem Feedpost. Wer sich Deine Story anschaut, widmet Dir richtig viel Zeit. Auf Posts im Feed wirft man oft nur einen schnell Blick, liked kurz und dann bekommt schon ein anderer unsere Aufmerksamkeit. Nachhaltig ist das nicht.

 

Zum Abschluss: Was ist dein bester Instagram-Story-Tipp?

Hab keine Angst und probiere aus! Mach einfach. Du kannst alles wieder löschen und außerdem ist nach 24-Stunden eine Story von selbst wieder weg. Mach immer mal wieder etwas Neues und nicht immer das Gleiche. Mir ist aufgefallen: Wer einmal mit Stories anfängt, merkt welch großen Spaß sie machen. Noch ein Tipp: Lass Dich von anderen Stories inspirieren!

 

Hat dir das Interview genauso gut gefallen wir mir? Ich jedenfalls danke Judith sehr für Ihre Zeit und das geschenkte Wissen!
Würdest du dir öfter Interviews auf meinem Blog wünschen?

Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Deine

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