Januar 18

Social Network Clubhouse: So kommst du rein und bewährte Tipps für einen guten Start

Schon lange gab es keinen solchen Ruck mehr in unserer Filterblase, wie am vergangenen Wochenende. Das Clubhouse ist eröffnet und alle wollen rein. Dies allerdings ist nur via Invite möglich und diese sind aktuell noch rar gesät.

Kim hat das letzte Wochenende dort verbracht und erste Tipps fĂĽr euch zusammengestellt.

Wie fange ich an? Hier bekommst du einen Ăśberblick ĂĽber die App und ein paar Tipps um selber dort gut zu starten.


Was ist Clubhouse? Das musst du wissen

Das Clubhouse ist eine Audio-basierte Social-Media-App.
Leider ist sie bisher nur für iOS verfügbar. Ja, das ist diskriminierend, aber was will man machen…

Die Teilnahme ist aktuell und wie bereits erwähnt nur über eine Einladung möglich.

Das Clubhouse wurde bereits auf 100 Millionen Dollar bewertet, als erst 1500 User registriert waren. Natürlich steht ein allumfassender Rollout noch aus. In einem Raum haben wir gestern aufgeschnappt, dass dieser eventuell für März angedacht ist.

Um das Clubhouse zu nutzen, ist ein Download der App aus dem App-Store nötig. Leider reicht das nicht, denn du musst eingeladen werden. Diese Einladung läuft über deine Handynummer/Telefonnummer.

Du kannst dich schon vor einem Invite bei Clubhouse registrieren, z.B. um deinen Benutzernamen zu sichern. Achte aber bei der Registrierung darauf, dass du dieselbe Telefonnummer eingibst, die später auch eingeladen werden soll.

Wenn du eingeladen wurdest achte darauf, dass du auch dann die gleiche Telefonnummer und den gleichen Benutzernamen eingibst. Beides musst du nach der Einladung nochmals eingeben.

clubhouse-starten-app-tipps
g-stockstudio (Getty Images) @canva.com

Wie funktioniert das Clubhouse?

Im Grunde ist eine Clubhousediskussion wie jede andere Diskussion. Einer oder mehrere Moderatoren eröffnen einen Raum zu einem bestimmten Thema. Sie diskutieren das Thema und lassen Zuhörer bei Bedarf als Speaker zu. Diese können sich dann aktiv als Redner beteiligen.

So erhalten die Speaker und Moderatoren zum einen Sichtbarkeit und zum anderen können sie durch das Beitragen der eigenen Erfahrungen und Meinung die eigene Expertise unter Beweis stellen.

Im obersten Bereich eines Raumes findest du zunächst die Moderatoren des Raumes. Darunter sind direkt die Speaker zu finden. In diesem Bereich hast du die höchste Sichtbarkeit!

Gleich darunter findest du die Zuhörer, die von mindestens einem der Speaker gefolgt werden. Hier erfährst du je nach Menge der Menschen ebenfalls noch eine erhöhte Sichtbarkeit.

Im unteren Bereich sind die weiteren Zuhörer zu finden. Hier fällst du wenn überhaupt nur noch über dein Profilbild und über deinen Namen auf.

Clubhaus-Raumaufteilung
So ist ein Raum im Clubhouse aufgeteilt


Wo gibt es Clubhouse-Invites?

Aber wie kannst du also an einen Invite kommen? Nachdem wir zunächst versuchten eine Einladung aus unserem Netzwerk zu bekommen, haben wir Google bemüht. Es hat nicht lange gedauert, bis wir den Artikel vom Doppelgänger-Blog gefunden haben. Wenn du also ein Apple iPhone besitzt, kannst du die App nutzen und eine Einladung über diesen Blogartikel hier bekommen. Im Grunde führt der Artikel in eine Telegram Gruppe, in der die Invites ausgetauscht werden. Mit etwas Geduld bist du drin und kannst loslegen.

  • Tipp: Du kannst dich auch registrieren und so auf die Warteliste kommen. Einer deiner Smartphone-Kontakte, der schon Clubhouse-Nutzer ist, kann dich dann freischalten.
  • Hinweis: Wenn du jemanden ĂĽber „Invite“ eingeladen hast, ist die Einladung unterwegs. Du musst es nicht nochmal bestätigen.
  • Hinweis2: Einladungen kannst du nicht zurĂĽckziehen. 

Alles beginnt mit deinen Kontakten

Wenn du drin bist, wirst du zunächst gefragt, ob du deine Kontakte aus deinem Telefonbuch importieren möchtest. Mach das nicht: Datenschutz! Zudem gibt es immer mal Leute, die online einfach nicht auftauchen wollen. Dann willst du ja nicht der oder die Person sein, der/die diese Daten im Netz verteilt.

Darüber hinaus kannst du Interessen auswählen. Die App schlägt dir dementsprechend Accounts vor, die für einen Follow deinerseits interessant sein können.


Das ansprechende Profil hilft wieder Follower zu gewinnen

Wenn du die ersten Schritte durchlaufen hast, kommst du auf dein Profil. Hier legst du deine Bio fest. Diese sieht der von Instagram recht ähnlich. Du kannst den Account mit deinem Instagram- und Twitter-Account verbinden und ein Foto hochladen.

Pro-Tipp: Wir haben festgestellt, dass dein Bild auffällig sein sollte, wenn du möchtest, dass die Leute sich dein Profil anschauen. Wir haben zum Beispiel einen pinken Hintergrund gewählt. Außerdem haben wir in unserer deutschen Filterblase nur einen einzigen Markenaccount entdeckt. Ansonsten nutzen alle bisher ein Foto von sich selbst und nicht von ihrem Logo.

Clubhouse: Abbildung des eigenen Profils


Eine Besonderheit von Clubhouse: In deinem Profil wird öffentlich angezeigt, wer dich eingeladen hat. Es ist also sinnvoll, gut zu überlegen, wen du einlädst.

Wie funktioniert Clubhouse ansonsten?

Die Talks finden in sogenannten Räumen statt. Es gibt drei Varianten:

  • Ă–ffentlich – jeder Nutzer kann dem Raum beitreten und zuhören
  • Moderatoren – nur Nutzer, die mit den Moderatoren verbunden sind, können dem Raum beitreten
  • Privat – das ist ein privater Raum, in den nur bestimmte Personen eintreten können

Jeder kann einen Raum eröffnen und eine Diskussion starten.

Clubhouse - einen Raum eröffnen

Wenn du einen Raum eröffnen möchtest, musst du gleich zu Beginn – also beim Eröffnen – einen Namen vergeben. Nachträglich ist es nicht mehr möglich. Je konkreter das Thema, desto klarer die Erwartungshaltung und desto höher ist daher auch die Chance, dass sich die Leute einen Event-Termin vormerken und im Raum aktiv als Zuschauer oder Sprecher teilnehmen. 


In einem Raum gibt es drei Nutzerrollen:

  • Moderatoren – Sie leiten die Diskussion, können Sprecher ernennen oder zum Zuhörer „degradieren“
  • Sprecher – Diese Nutzer können aktiv an der Diskussion teilnehmen
  • Zuhörer – sie hören einfach bei der Diskussion zu und können sich ĂĽber den Meldebutton (Kleine Hand unten rechts) bemerkbar machen. So können die Moderatoren sehen, wer etwas sagen möchten und diese Personen zum Sprecher machen.

Du willst einen Raum ankĂĽndigen und vorplanen? Kein Problem

Ăśber den kleinen Kalender in der Navigation der App kannst du einen Raum vorplanen. Dieser wird dann innerhalb der App angezeigt und den Personen mit passenden Interessen vorgeschlagen. Er kann ĂĽber die App in andere Social Networks geteilt oder als Link kopiert werden.

Wir veranstalten unsere erste Diskussion am Mittwoch, dem 20.01.2021 um 16 Uhr. Kim möchte mit Anke Lambrecht die Chancen und Risiken erörtern, die sich durch das neue Social Network Clubhouse für das Content Marketing ergeben.

Sei dabei und diskutiere mit uns!

Clubhouse Abbildung einer eigenen Veranstaltung

Ein eigener Club für regelmäßige Diskussionen

Es gibt die Möglichkeit einen eigenen Club – eine Art Gruppe – innerhalb von Clubhouse zu eröffnen. Ähnlich wie eine Gruppe auf Facebook oder auf anderen Kanälen kannst du hier regelmäßig Input zu deinen Themen reingeben. Die Leute auf Clubhouse können diesem Club auch folgen!

Leider können Clubs nicht einfach erstellt, sondern müssen beantragt werden. Diese werden dann, wenn alles gut läuft, von einem Clubhouse-Mitarbeiter freigeschaltet. Dementsprechend kann es eine Weile dauern, bis der Club aktiv ist. Aktuell kann nur ein Club pro Person erstellt werden.

Beantragen kannst du deinen eigenen Club hier

Überlege dir also gut, was für ein Club es sein soll, denn der Name kann erstmal nicht verändert werden!

Welche Risiken gibt es?

Im Grunde ist es hier wie auch in jedem anderen Social Network: Trolle gibt es überall. Natürlich kann es vorkommen, dass sich Sprecher daneben benehmen, oder Räume entstehen, die sich gegen ein Unternehmen richten. Doch wie immer gilt auch hier: Wenn du nicht da bist, kannst du auch nicht Einfluss nehmen.

Wenn ich einen Raum eröffne, sollte ich mir vorher Gedanken machen, wie ich die Diskussion moderieren möchte.

Datenschutz nicht vergessen

Zum Thema Datenschutz hat Thomas Schwenke heute einen Beitrag veröffentlicht. Da er natürlich der beste Ansprechpartner für das Thema ist, führen wir das Thema hier nicht weiter aus, sondern verweisen dich an Thomas:
Hype-App „Clubhouse“ – Zulässigkeit geschäftlicher und privater Nutzung

Zum Schluss noch die besten Moderations-Tipps fĂĽr Clubhouse

  1. Gib zu Beginn der Diskussion einige Benimmregeln vor und erkläre den Ablauf
  2. Achte darauf, dass nicht zu viele Sprecher auf der Bühne sind. Sortiere sie lieber regelmäßig aus. Wenn sie noch etwas sagen wollen, können sie sich ja wieder melden
  3. Gib eine ungefähre Zeit vor, wie lange die Diskussion gehen soll und
  4. Achte darauf, dass die einzelnen Sprecher nicht zu lange reden. So kannst du mehr Leuten eine Plattform bieten.
  5. Lege dir ein paar Themen zurecht, die du in deinem Raum besprechen möchtest und
  6. Achte darauf, dass die Diskussion nicht zu sehr abdriftet
  7. Mache dir über ein paar „Notfall“-Maßnahmen Gedanken, für den Fall, dass jemand aus der Reihe tanzt

Ein Problem gibt es außerdem: Die Gespräche werden aufgezeichnet, um eventuelle Missetäter später überführen zu können. Dies ist in den AGB der App nachzulesen.

Wie kann ich das Clubhouse in meinem Marketing Mix einbinden?

Einige Ideen schwirren schon durch unseren Kopf. Hier eine kleine Liste mit Möglichkeiten:

  • Wenn Du etwas veröffentlichst, wie zum Beispiel einen Podcast, einen Blogartikel, oder etwas anderes kannst du ein paar Tage später eine Diskussionsrunde zu dem Thema eröffnen. Beispielsweise montags geht der Podcast oder der Blogpost online und freitags findet die Diskussion statt.
  • Wenn du Beispielsweise einen Online-Kurs oder einen Mitgliederbereich hast, kannst du hier Q&A-Veranstaltungen fĂĽr deine Kunden veranstalten
  • Wenn du ein neues Produkt testen möchtest, kannst du dich hier direkt mit deiner Testgruppe austauschen.

Vieles ist möglich: Überlege dir, was dein Angebotsportfolio hergibt und schaue für welchen Bereich eine Clubhouse-Diskussion hilfreich wäre.

Fazit

Das neue Social Network Clubhouse hat ganz schön Aufsehen erregt und einen regelrechten Hype ausgelöst. In Zeiten wie diesen macht es große Freude mal wieder miteinander eine Art Konferenz abhalten und diskutieren zu können. Auch, weil wir alle gerade wenig Neues und Aufregendes erleben ist es ein großer Spaß sich durch die ganzen Räume zu klicken.

Aus unserer Sicht kann das Clubhouse ein groĂźartiger RĂĽckkanal fĂĽr die eigene Zielgruppe werden, in der zielfĂĽhrende Diskussionen entstehen können. Auch dadurch, dass aktuell noch nicht viele Menschen auf der Plattform unterwegs sind, hat der Nutzer die Gelegenheit auch mit Promis oder direkt mit seiner Zielgruppe in Diskussionen zu treten. 

So hat gestern ein Teilnehmer berichtet, dass er mit einer Dame aus dem Marketing von McDonalds in Kontakt gekommen ist, die sein Produkt vielleicht ins Happy Meal aufnehmen kann. So würde er wahnsinnig schnell an Reichweite und Bekanntheit gewinnen. Und das nur, weil sie gemeinsam in einem Clubhouse-Raum an einer Diskussion teilgenommen haben. Da herrscht gerade eine Art Goldgräber-Stimmung, dass man das Gefühl bekommen, dass jetzt gerade alles möglich ist.
Lass es dir nicht entgehen.

Bist du schon auf Clubhouse? Let’s connect!

kimadamek

Die Autorin:
Kim Nadine Adamek

GrĂĽnderin und GeschäftsfĂĽhrerin der digitallotsen, einer qualitäts- und serviceorientierten, digitalen Dialogagentur aus dem Ruhrgebiet.

LinkedIn digitallotsen

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  1. Vielen lieben Dank für den tollen Beitrag, quasi eine Anleitung für Neu-Entdecker, wie mich! Ich werde mich auf jeden Fall mit dieser Plattform beschäftigen, weil es sich echt interessant anhört. Der username ist jedenfalls schon gesichert und ich muss keine Angst haben, Anfänger-Fehler zu machen. Daaanke, Kim!

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